Warum wir eine Offensive gegen die Fleischindustrie brauchen

OGFI

Die Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung befindet sich in einer entscheidenden und kritischen Phase. Wir sind einerseits konfrontiert mit einer Tier-Industrie, die ökonomisch und politisch so stark ist wie nie zuvor und ihre buchstäblichen Mordsprofite sogar noch steigert. Sie erweitert und „modernisiert“ ihr Sortiment und adaptiert gleichzeitig „grüne“ Slogans und Veggie-Produkte, während das Schlachten ungemindert weiterläuft bzw. noch zunimmt. Unserem Gegner steht andererseits eine Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung gegenüber, die organisatorisch zersplittert ist, keine gemeinsame Strategie formuliert und sich auf lose verbundene Kampagnen und viele Einzelprojekte verteilt. Wir reagieren allenfalls, setzen und besetzen aber kaum noch eigene Themenfelder. Von unserer Stärke, wie sie in den 1990er- oder Anfang der Nullerjahre bestand, als eine radikale Bewegung die Befreiung der Tiere als politisches Projekt angeschoben hat, ist nicht mehr viel zu spüren. Bewegungsinterne Debatten über Gegnerbestimmungen, strategische Orientierung und entsprechende organisatorische Konsequenzen finden bestenfalls informell statt. Entsprechend fehlt uns die Schlagkraft über einzelne und lokale Erfolge hinaus. Und das, obwohl es heute eine größere gesellschaftliche Offenheit nicht nur für Veganismus, sondern auch für die Kritik an der Fleischindustrie gibt, die wir uns mit einer linken, antikapitalistischen und kämpferischen Tierbefreiungsbewegung zunutze machen könnten. Vom Vegan-Hype und den breiten öffentlichen Debatten über „grüne“ Themen – Tierhaltung, Nachhaltigkeit, Treibhauseffekt etc. – haben wir als Bewegung darum auch kaum profitiert.

Wir, das Bündnis Marxismus und Tierbefreiung, meinen: Das muss sich dringend ändern! Wir wollen der Marginalisierung der Bewegung etwas entgegensetzen und aus der Defensive kommen. Dafür möchten wir mit dem vorliegenden Papier einen konkreten (Diskussions-)Vorschlag vorlegen. Wir plädieren für ein gemeinsames antikapitalistisches Bewegungsprojekt mit klassenkämpferischer, antiimperialistischer und sozialistischer Ausrichtung. Wir meinen, die Bewegung sollte den strategischen Fokus in Praxis und Theorie auf die Fleischindustrie als zentralen Akteur der Tierausbeutung legen. Auf dieser Grundlage sollten wir gemeinsam versuchen, uns thematisch und politisch neu zu organisieren. Wir sollten die Ein-Punkt-Politik aufgeben, auch wenn sie für die Entstehung der Tierbefreiungsbewegung historisch möglicherweise notwendig war. Den Fokus ausschließlich auf die Kritik der Ausbeutung und die Befreiung der Tiere zu legen, wird unserer Aufgabe nicht gerecht, die Ausbeutung und Unterdrückung der arbeitenden Klasse, der Natur und der Tiere durch das Kapital zu beenden. Ebenso wie andere antikapitalistische Bewegungen brauchen wir neue BündnispartnerInnen und Organisationsformen.
Auf den folgenden Seiten begründen wir unseren Vorschlag und stellen ihn zur Diskussion. Mit diesem Papier richten wir uns vorerst an Akteure der Tierbefreiungsbewegung in Deutschland, der Schweiz und Österreich, scheuen uns aber nicht, es auch außerhalb des deutschsprachigen Raums zu diskutieren.

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Der Fleischindustrie ans Leder – Tierbefreiung & Klassenkampf!

Der Fleischindustrie ans Leder

Spätestens mit dem Aufkommen der weltweiten Klimastreikbewegung ist das Bewusstsein über das Ausmass der Naturzerstörung in breiten Kreisen der Bevölkerung angekommen. Auch wenn die Verantwortlichen in Wirtschaft und Politik die Augen noch immer vor den Ursachen und der Dramatik der Klimakrise verschliessen, ist es nicht mehr von der Hand zu weisen, dass die kapitalistische Wirtschaftsweise unsere natürlichen Lebensgrundlagen systematisch zerstört und damit die Fortexistenz des Lebens auf der Erde nachhaltig gefährdet. Wenn wir nicht in einer globalen Katastrophe enden wollen, ist ein Weiter-wie-bisher nicht mehr möglich und die Zeit für leere politische Versprechungen und wirkungslose Reformen längst vorbei. Auch erst einmal bei uns selbst anzufangen ist zwar gut und recht, bewirkt aber leider herzlich wenig, solange die Industrie weiterhin in den Händen einer kleinen Klasse von Kapitalisten ist, die zur Maximierung ihrer Profite wirtschaftet – ganz nach dem Grundsatz «Nach uns die Sintflut». Ohne eine grundlegende Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse, lässt sich der Umweltkollaps daher nicht abwenden. Wir gehen am heutigen Kampftag der Arbeiterklasse deshalb gegen den Kapitalismus auf die Strasse und kämpfen für eine Gesellschaft, in der sich die Produktion nicht mehr an den Profitinteressen der Konzerne und Banken, sondern an den Bedürfnissen der Menschen, der Tiere und der Natur orientiert.

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Rahmenprogramm zum 1. Mai 2019

Im Rahmen unseres 1. Mai-Programms mit der Parole „Der Fleischindustrie ans Leder – Tierbefreiung & Klassenkampf“ werden wir am Politwochenende des Revolutionären Bündnis Zürich wieder mit einem Infozelt mit Büchertisch und Ausstellung präsent sein. Kommt vorbei und besucht uns auf dem Kanzleiareal am 27. und 28. April!
Hier geht’s zum Programm des Politwochenendes

Am 3. Mai zeigen wir im Rahmen des Vegan Café einen biografischen Spielfilm über Rosa Luxemburg, die vor 100 Jahren von der Reaktion ermordet wurde. Die Kommunistin, die in Polen geboren wurde, in Zürich studiert hat und im ersten Weltkrieg in Deutschland den revolutionären Kampf gegen Krieg und Imperialismus angeführt hat, brachte in ihren persönlichen Briefen immer wieder auch ihr Mitleid, ihre Verbundenheit und ihre Solidarität mit Tieren zum Ausdruck. Der 1986 gedrehte Film von Margarethe von Trotta nimmt einige dieser Ausführungen von Rosa Luxemburg auf und zeigt die vielfältigen Impulse ihrer beachtlichen revolutionären Moral.

Wann: Freitag 3. Mai ab 19.30 (zuerst Vokü, danach wird der Film gezeigt)
Wo: Infoladen Kasama, Militärstrasse 87a

 

Freiheit für Max Zirngast!

Max Zirngast Solidarität Tierbefreiung

In der Türkei soll ab dem 11. April 2019 dem linken Journalisten und Aktivisten Max Zirngast, der in Ankara lebt und arbeitet, der Prozess gemacht werden. Ihm wird vorgeworfen, „Mitglied einer terroristischen Organisation“ zu sein. Die Vorwürfe, das zeigt nicht zuletzt die Anklageschrift, sind lächerlich und ganz offensichtlich aus politischen Motiven konstruiert. Der türkische Repressionsapparat hat Max deswegen bereits im vergangenen Jahr rund drei Monate in Untersuchungshaft gehalten und ihm noch nicht einmal genaue Gründe dafür mitgeteilt. Bei einer Verurteilung drohen ihm nun bis zu zehn Jahren Haft. Ein fairer Prozess ist kaum zu erwarten.

Wie bereits bei anderen demokratischen, sozialistischen und kommunistischen JournalistInnen und etlichen weiteren, die vom AKP-Regime für ihre kritische Meinung hinterGitter gesperrt wurden, soll an einem weiteren unliebsamen Aktivisten und Berichterstatter ein Exempel statuiert werden. Deshalb, und auch weil Max Zirngast aktiv in der türkischen Tierbefreiungsbewegung ist, erklären wir hiermit unsere Solidarität mit Max – Schluss mit dem Prozess und Freiheit für alle politischen Gefangenen!

Dass Max Internationalist ist, legen nicht nur seine Überzeugungen und sein Lebensweg nahe, der ihn als österreichischen Staatsbürger in den Kampf gegen die Rechtsentwicklung in der Türkei führte. Er reiste im März 2018 auch eigens aus der Türkei nach Hamburg, um an einer Akademie der deutschsprachigen Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung teilzunehmen. Er wollte zuhören, lernen und seine Erfahrungen aus der Türkei zur Diskussion stellen. Nicht ohne Dissens, aber immer solidarisch und an der Sache debattierte er mit den TeilnehmerInnen über die Gründe und Strategien, ArbeiterInnen, Tiere und die Natur vom Joch des Kapitalismus zu befreien.

Bereits während der Untersuchungshaft hat der Sozialist und vegane Tierbefreiungsaktivist Max Zirngast das Gefängnisessen weitgehend verschmäht und musste sich von den geringen Summen Geld, die er geschickt bekommen durfte, selbständig mit pflanzlichen Lebensmittel versorgen. Das Recht auf vegane Verpflegung im Knast, das andere Gefangene in der Türkei mühsam erkämpft haben, wurde ihm verwehrt.

Unabhängig davon ist Max‘ Situation, wie er auch selbst immer wieder betont, kein Einzelfall – weder in der Türkei noch in den Staaten ihrer NATO-Komplizen Deutschland oder USA. Wer in Zeiten sich zuspitzender internationaler Konkurrenz um ökonomische Profite, um politische Einflusssphären und ideologische Deutungshoheit im Klassenkampf aktiv für sozialistische Positionen eintritt, ist eine potentielle Gefahr für die Eigentums- und Herrschaftsverhältnisse der Eliten und ihrer Staatsapparate. Und als solche werden Max und zahlreiche andere – JournalistInnen, TierbefreierInnen, ÖkoaktivistInnen, KriegsgegnerInnen, Gewerkschaftsaktive, FeministInnen usw. – auch von ihren Repressionsorganen behandelt. Einmal im Visier der Behörden, ist es nur ein Katzensprung bis zur Kriminalisierung und Verfolgung als mutmaßlicher „Terrorist“. Die bürgerlichen Rechtsnormen sind dann nur noch bedingt gültig, die vermeintlichen Rechtsstaaten setzen das Recht aus. Sie zeigen ihre Fratze, die sich hinter der bürgerlichen Fassade verbirgt: Wenn sie von „Sicherheit“ reden, dann meinen sie die von Kapital und Bourgeoisie, nie aber unsere – geschweige denn die der Tiere oder der Natur.

So auch im Fall Zirngast. Wir fordern ein sofortiges und bedingungsloses Ende dieses politischen Prozesses und öffentliche Rehabilitierung von Max Zirngast. Wir unterstützen die Proteste und die Kampagne, die auf seine Situation aufmerksam machen. Alle demokratischen und revolutionären Kräfte stehen in der Pflicht, weiterhin politischen Druck zu entfalten, um Max zu unterstützen und für seine Freiheit wie auch die aller anderen inhaftierten oder angeklagten AktivistInnen und JournalistInnen zu kämpfen.

Until every cage is empty!
Freiheit für alle politischen Gefangenen!
Hoch die internationale Solidarität!

#FreeMaxZirngast
https://freemaxzirngast.org/

April 2019

ErstunterzeichnerInnen (Organisationen):
Animal Climate Action (AniCA), Assoziation Dämmerung, Bündnis Marxismus und Tierbefreiung (MuTb), Kampagne gegen Tierfabriken – Niedersachsen -, Tierbefreiung Hamburg, Tierrechtsgruppe Zürich, Tierrechtsinitiative Hamburg, T-Zelle

ErstunterzeichnerInnen (Einzelpersonen):
Britta Rehr, Dr. Johannes Volker Schmidt, Melanie Bujok, Mirjam Irle

Weitere UnterzeichnerInnen:
Liberation Nürnberg

Spendenkonto:
Konto: Asyl in Not Wien
Betreff: Max Zirngast
IBAN: AT69 3200 0000 1173 1379
BIC: RLNWATWW

Die Erklärung kann auch noch von weiteren Gruppen, Organisationen oder Einzelpersonen unterzeichnet werden.

 

Der Fleischindustrie ans Leder – Tierbefreiung & Klassenkampf!

Tierrechtsgruppe Zürich 1. Mai 2019 Tierbefreiung MarxismusWir rufen dazu auf, am 1. Mai – dem internationalen Kampftag der Arbeiterklasse – gegen die Fleischindustrie auf die Strasse zu gehen. Denn wie kein anderer Bereich dieser Gesellschaft steht diese exemplarisch für den umfassenden Ausbeutungsbetrieb des Kapitalismus und dessen zerstörerische Auswirkungen.

Die Fleischindustrie ist nicht nur einer der Hauptverursacher der kapitalistischen Naturzerstörung, sie ist auch für das unermessliche Leid der Tiere und die Ausbeutung der Arbeiterinnen und Arbeiter in den Schlachtfabriken verantwortlich. Allein in der Schweizer Fleischindustrie werden jedes Jahr über 70 Millionen Tiere unter unsäglichen Bedingungen gezüchtet, gehalten und ermordet. Für die Interessen der Fleischbosse müssen Lohnarbeiter diese unmenschliche Arbeit verrichten und haben dabei noch mit einer ständigen Erhöhung der Arbeitsintensität und miesen Löhnen zu kämpfen. Und all dies nur, damit die Eigentümer der Schlachtfabriken riesige Profite einstreichenn können. Schluss damit!

Solange die Betriebe in den Händen einiger weniger Kapitalisten sind, kann die Ausbeutung von Mensch, Tier und Natur nicht beendet werden. Nur eine Überwindung des Kapitalismus, dieses allein auf die Maximierung des Profits ausgerichteten Systems, ermöglicht eine Befreiung der Lohnabhängigen, der Tiere und der Natur aus den Klauen der herrschenden Klasse. Die Fleischindustrie muss deshalb enteignet und die Betriebe müssen auf eine sozialistische, vegane und ökologische Produktion umgestellt werden.

Fleischindustrie enteignen – Kapitalismus abschaffen!
Was macht den Bonzen Dampf – Tierbefreiung, Klassenkampf!
Heraus zum 1. Mai 2019!

1. Mai | 9:30 Uhr | Revolutionärer Block | Helvetiaplatz Zürich

 

10 Jahre Vegan Café

Vegan Cafe Zürich 10 Jahre Kasama

 

Beiträge der Osterakademie zum Nachhören

Einzelne Beiträge der Osterakademie “Die Zukunft der Bewegung – Tierbefreiung zwischen Opposition und Affirmation” des Bündnis Marxismus und Tierbefreiung finden sich zum Nachhören auf unserem Youtube-Kanal:

Communiqué zur Demo «Das Schlachten beenden!»

Unter der Parole „Das Schlachten beenden“ haben sich am Samstag, den 13. Oktober 2018, in Zürich mehr als 150 Personen an einer Demonstration gegen die Fleischindustrie beteiligt. Dazu aufgerufen hatten die Tierrechtsgruppe Zürich, die Kommunistische Jugend Schweiz, das Bündnis Marxismus und Tierbefreiung, Aktivismus für Tierrechte, ATAZ und Tier im Fokus (tif). Während der Demonstration wurde die Ermordung von Millionen von Tieren, die Zerstörung der Natur und die Ausbeutung der Arbeiterinnen und Arbeiter durch die Fleischindustrie mit Transparenten, Schildern, zahlreichen Redebeiträgen, einem Theater und einem Live-Musikbeitrag thematisiert.

Demo Das Schlachten beenden!

Ausgehend vom Schlachthof Zürich, in dem pro Stunde bis zu 300 Tiere getötet werden, zog der Demonstrationszug lautstark durch die Stadtkreise 4 und 5 bis zum Sitz des Schweizer Fleisch-Fachverbandes (SFF) am Sihlquai. Als Arbeitgeberverband ist der SFF eine zentrale Interessensorganisation der Fleischindustrie.

In ihrer Begrüssungsrede stellte die Tierrechtsgruppe Zürich die Frage nach den Profiteuren der Tierausbeutung. Der Kampf gegen Tierausbeutung müsse die Konfrontation mit den Unternehmen und ihren politischen Handlangern suchen. Eine Rednerin des Bündnisses Marxismus und Tierbefreiung (MuTb) thematisierte die Lage der arbeitenden Klasse in der Fleischindustrie. Sie konstatierte, dass sich die Tierbefreiungsbewegung – will sie erfolgreich sein – mit den Lohnabhängigen in der Fleischindustrie gegen die Fleischbosse verbünden müsse. Ein weiterer Redner von MuTb zeigte auf, wie der SFF mit verschiedenen politischen und ökonomischen Mitteln versucht, die Kultur des Fleischessens aufrecht zu erhalten und auszuweiten.

Die Kommunistische Jugend Schweiz machte darauf aufmerksam, dass individuelle Konsumentscheidungen nicht genügen, um das Schlachten zu beenden und es deshalb des Klassenkampfes bedarf, um Mensch, Tier und Natur zu befreien. Im Beitrag von Tier im Fokus (tif) wurden die schrecklichen Zustände beschrieben, unter denen die Tiere in Schweizer Mastanlagen und Aufzuchtbetrieben leiden. Die Geschäftspraxis der Fleischindustrie verhindere eine Wahrnehmung sowohl der Tiere als auch der Menschen als Subjekte mit Würde. Die autonome Tierrechtsgruppe ATAZ stellte in ihrem Redebeitrag fest, dass es mutige Menschen brauche, die bereit seien, die Stimme für die Unterdrückten zu erheben.

Tiermord – mieser Lohn – jetzt enteignen – Konversion

Zentrale Forderungen der Demo waren die Enteignung der Fleischindustrie, ihre Überführung in eine vegane Lebensmittelproduktion unter gesellschaftlicher Kontrolle sowie die Entwicklung und Gewährleistung von Umschulungsprogrammen und alternativen Arbeitsplätzen für die betroffenen Lohnabhängigen. Zudem wurde ein sofortiger Stopp aller staatlichen Subventionen an die Fleischindustrie gefordert. An der Schlusskundgebung vor dem Hauptsitz des Schweizer Fleischfachverbands beim Sihlquai 255 wurden ein Transparent entrollt welches auf die Plusmacherei der Bosse auf dem Buckel der ausgebeuteten Arbeiter und mit dem millionenfachen Tiermord in der Fleischindustrie hinwies.

Kundgebung gegen TISA Zürich

Vor dem Ende der Demo wurden noch ein paar Worte zu der Besetzung im Hambacher Forst gesagt bevor man sich zu einem solidarischen Gruppenfoto aufstellte, welches an die widerständigen Aktivistinnen und Aktivisten im Hambacher Wald geschickt wurde..

Flugblatt «Das Schlachten beenden»!

Der allgegenwärtige Antisemit

Heute ist es kaum mehr möglich, Kritik an Israel zu äussern, ohne gleich als Antisemit gebrandmarkt zu werden. Linke Gesinnung macht davor keinen Halt und wendet sich immer mehr nach rechts. Der israelische Soziologe Moshe Zuckermann hat darüber ein neues Buch geschrieben. Die Tierrechtsgruppe Zürich hat mit ihm gesprochen. Das Interview ist erschienen in vorwärts – sozialistische Zeitung, am 4. Oktober 2018 (Nr. 31/32).

Kundgebung gegen TISA Zürich

Herr Zuckermann, der Antisemitismusvorwurf breitet sich im politischen Diskurs zurzeit inflationär aus. Mit dem real existierenden Antisemitismus hat das aber wenig zu tun. Wer also ist “der allgegenwärtige Antisemit” den Sie im Buchtitel ankündigen?

Eben der nur zur leeren Floskel verkommene “Antisemit”, der keiner ist, aber als solcher besudelt wird, um ihn politisch und gesellschaftlich zu verfolgen und auszuschalten. “Allgegenwärtig” ist dieser “Antisemit”, weil er als solcher beliebig abrufbar ist, allzeit zugegen durch den schieren Akt der perfiden Verleumdung. Dass er aber “allgegenwärtig” zu werden vermochte, zeugt vom nicht zu übersehenen Erfolg der verlogenen Agitatoren, die den Antisemitismus-Begriff fortwährend fremdbestimmt instrumentalisieren. Man kann Begriffe verhunzen und sie ideologisch verzerren; selten ist dies mit solcher Akribie und unverhohlener Ruchlosigkeit betrieben worden.

Die Differenzierung von Begriffen nimmt einen wichtigen Stellenwert in Ihrem neuen Buch ein. Wieso ist die Unterscheidung von Antisemitismus, Antizionismus und Israelkritik so wichtig?

Sie ist wichtig, weil eben die Gleichsetzung dieser Kategorien die ideologische Manipulation des politischen Diskurses als Totschlagargument ermöglicht. Da nun aber nicht alle Juden zionistisch, nicht alle Zionisten Israelis und nicht alle Israelis Juden sind, müssen nicht nur Judentum, Zionismus und Israel auseinandergehalten werden, sondern ebenso auch ihr Negation als Antisemitismus, Antizionismus und Israelkritik. Es gibt nichtzionistische Juden, die sich sogar etwas darauf zugute halten, dass sie keine Zionisten bzw. gar antizionistisch sind. So etwa orthodoxe und erst recht ultraorthodoxe Juden. Es gibt kommunistische Juden, die mit dem Nationalismus als solchen nichts am Hut haben. Und es gibt auch viele Juden (sehr viele in den USA), für die Israel keinerlei Relevanz für ihre Lebensausrichtung und ihre identitäre Bestimmung besitzt.

Welche gesellschaftlichen und politischen Kräfte sind dann an der Vermengung dieser Begriffe und damit an der Besudelung und Diffamierung von Israel- und Zionismuskritiker als “Antisemiten” interessiert und warum?

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Palästinenserin nicht willkommen

Die pro-israelische Plattform Audiatur-Online verhinderte den Aufritt von Manal Tamimi in Zürich, die seit Jahren als Betroffene gegen das israelische Besatzungsregime in der Westbank kämpft.
Ein Artikel der Tierrechtsgruppe Zürich, erschienen am 20. Sept. 2018 in Vorwärts – sozialistische Zeitung (Nr. 29/30).

Palästinenserin nicht willkommen

Die palästinensische Aktivistin Manal Tamimi hätte Anfang September auf Einladung von Café Palestine und der Gesellschaft Schweiz-Palästina bei zwei Veranstaltungen in Zürich über ihre Erfahrungen sprechen sollen, die sie beim Widerstand gegen die israelische Besatzung Palästinas gemacht hat. Doch ihre Auftritte im Zentrum Karl der Grosse und im Kulturhaus Kosmos, wo sie zur Diskussion des Dokumentarfilms «Even though my land is burning» des israelischen Filmemachers Dror Dayan zu Gast geladen war, wurden vereitelt. Die pro-israelische Plattform Audiatur-Online, in deren Stiftungsrat auch SVP-Nationalrat Alfred Heer sitzt, hatte dafür gesorgt, dass Tamimi bei beiden Anlässen verwehrt wurde, über die Okkupation aufzuklären.

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