Zum Nachhören: Ein tierisches Geschäft. Analyse und Kritik der Schweizer Fleischindustrie

Der von der Tierrechtsgruppe Zürich am 29. Juli 2016 in Bern gehaltene Vortrag „Ein tierisches Geschäft. Analyse und Kritik der Schweizer Fleischindustrie“ steht nun zum Nachhören bereit.

Im ersten Teil des Vortrages werden der Aufbau und die Funktionsweise der Schweizer Fleischindustrie dargestellt. Auf der einen Seite wird nach den Profiteuren und Strippenziehern dieser Industrie gefragt, und auf der anderen Seite wird die Situation der Leidtragenden beleuchtet.

In der zweiten Hälfte wird dann der Kampf der Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung gegen die Fleischindustrie in den Fokus genommen. Dabei werden einige der vorherrschenden Ansätze und Konzepte der Bewegung diskutiert und mit der gesellschaftlichen Realität der Tierproduktion abgeglichen. Die Tierrechtsgruppe Zürich will damit einige blinde Flecken und Probleme der Bewegung aufzeigen, welche aus ihrem politischen Verständnis heraus einer erfolgreichen Praxis für die Befreiung der Tiere im Wege stehen.

Tierbefreiung heisst Kampf den Kapitalisten!

Auf dem Bahnhofplatz in Bern forderten am Abend des 6. August 2016 rund 500 Personen die Schliessung aller Schlachthäuser. Die Kundgebung wurde von der Tierrechtsorganisation tier-im-fokus (tif) organisiert. Die mehrere Stunden dauernde Veranstaltung hatte einen reformpolitischen Charakter. Die meisten Reden (junge Grüne, Greenpeace, Vegane Gesellschaft usf.) betonten im Kern die Forderung nach Tierrechten oder stellten den Artenschutz sowie einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen und Nahrungsmitteln ins Zentrum. Die Förderung des Veganismus stellte für die Mehrheit der RednerInnen den Ausweg aus der Schlachthofgesellschaft dar. Ähnlich eines Schneeballsystems sollen Freunde und Freundinnen, das weitere Umfeld aber vor allem auch ParlamentarierInnen von der veganen Idee angesteckt werden.

Schlachthausdemo Schlachthäuser schliessen Bern 2016 Tierrechtsgruppe Zürich

Die Tierrechtsgruppe Zürich beteiligte sich ebenfalls an dem Protest. Mit einem Flugblatt, welches wir hier dokumentieren, entgegneten wir diesen Ansätzen, dass die Kapitalisten in der Fleischindustrie es nicht zulassen werden, dass im Kapitalismus nicht mehr geschlachtet werden kann. Deshalb sagen wir:

Tierbefreiung heisst Kampf den Kapitalisten!

Flugblatt als Pdf

Im Frühjahr wurde publik, dass beim Migros-Fleischbetrieb Micarna unsägliche Arbeitszustände herrschen. Für viele MitarbeiterInnen ist der Leistungsdruck enorm. Sie sagen, das hohe Arbeitstempo am Fliessband mache sie psychisch und physisch krank. Doch wer zu Hause bleibe, dem drohe die Kündigung. Die Gewerkschaft Unia stellt zudem fest: festangestellte MitarbeiterInnen in der Fleisch-Branche werden immer öfter aussortiert und durch billigere, temporäre Arbeitskräfte aus Osteuropa ersetzt.

Miese Jobs, grosser Profit
Die Fleischindustrie bedient sich immer neuer Strategien um ihre Profite zu steigern. Moderne Schlachthäuser und die für diese Einrichtungen immer weiter entwickelten Maschinen und Abläufe machen das serielle Töten von Tieren zu einem Milliardengeschäft für einige wenige. Bei Micarna in Bazenheid sind vor zwei Jahren noch zwischen 140 und 170 Schweine pro Stunde (z)erlegt worden. Nach einer Modernisierung des Betriebs durchlaufen heute 220 Tiere in der Stunde den Todestrakt. Mehr lesen…

Ein tierisches Geschäft. Analyse und Kritik der Schweizer Fleischindustrie


Schlachthof Demo Schlachthaus Kundgebung Schlachthäuser schliessen Bern 2016 Fleichindustrie Schweiz Tierrechtsgruppe Zürich

Am Samstag 6. August findet in Bern zum dritten Mal eine Demo gegen Schlachthäuser statt. Hunderte Menschen werden gegen die Fleischindustrie auf die Strasse gehen. Diese ist verantwortlich für miese Jobs, Tiermord und Naturzerstörung.

Die Fleischindustrie bedient sich immer neuer Strategien um ihre Profite zu steigern. Doch wer sind die konkreten Gegner, mit denen es die Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung zu tun hat? Welche Akteure sind in der Schweizer Fleischbranche aktiv? Welche Arbeitsbedingungen herrschen in den Schlacht- und Verarbeitungsbetrieben? Und warum lassen die Bosse der Tierindustrie eigentlich jährlich Millionen von Tieren ermorden? Mit diesen und weiteren Fragen wollen wir uns in einem Vortrag im Vorfeld der Protestaktion beschäftigen.

Ausserdem wollen wir die in der Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung vorherrschenden Forderungen beleuchten: Wie will sie der Barbarei in den Schlachthöfen ein Ende setzen? Und wieso denken wir, dass uns die Schlachthäuser erst einmal gehören müssen, bevor wir sie schliessen können?

Eine Veranstaltung der Tierrechtsgruppe Zürich

29. Juli 2016
19:30 Uhr
Brasserie Lorraine, Bern

Und am 6. August alle an die Demo nach Bern: „Schlachthäuser schliessen!

 

Kundgebung am 19. Juni um 13:15 Uhr

Air France Demo Kundgebung Flughafen Zürich Tierrechtsgruppe ZürichDie Tierrechtsgruppe Zürich ruft zur Beteiligung an der Demo gegen Air France-KLM am 19. Juni am Flughafen Zürich auf! Air France-KLM ist die letzte grosse Passagierfluggesellschaft weltweit, welche noch bereit ist, Primaten für Versuchszwecke zu transportieren. Ein Ende dieser Transporte ist von entscheidender Bedeutung, da es den Zugang zu Versuchstieren für die Labore der Pharmakonzerne erheblich erschweren und Tierversuche somit weniger lukrativ machen würde.

Beteilige auch du dich am Kampf gegen die Tierversuchsindustrie und komme am 19. Juni 2016 an die Demo am Flughafen Zürich!

Treffpunkt: 13:15 Uhr, SBB Zürich Flughafen, Gleis 1B!

Air France, Air France, das ist Mord! Tierbefreiung jetzt sofort!

Hintergrundinfos zu der Kampagne gegen Air France-KLM:
Gateway to Hell // Stop Vivisection

 

 

 

Dem Schlachten ein Ende setzen – ein Dialog über Marxismus und Tierbefreiung

Tierrechtsgruppe Zürich Tierbefreiung Klassenkampf Antidot Marxismus und Tierbefreiung Assoziation Dämmerung Rotes Zelt UZ Pressefest

Bis heute ist die Forderung nach einem Ende der Tierausbeutung nur auf der Agenda der Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung zu finden. Doch die historisch noch junge Bewegung verliert sich bisher in eifrigem Aktivismus und Konsumboykott und versäumt es, die Herrschaft des Menschen über die Tiere im Kontext der Klassenfrage zu verstehen und diese entsprechend zu beantworten. Die klassenkämpferische Linke hingegen ignoriert das gesellschaftlich produzierte Leiden der Tiere in ihrer Theorie und Praxis weitgehend. Viele KommunistInnen belächeln die Anliegen der TierausbeutungsgegnerInnen; einige reden sogar der Fleischindustrie das Wort – obwohl es kein einziges historisch-materialistisches Argument dafür gibt, das Leid der Tiere nicht ebenso abzuschaffen wie unser eigenes.

Die von der Tierrechtsgruppe Zürich herausgegebene Publikation „Dem Schlachten ein Ende setzen“ leistet einen Beitrag, die Kluft zwischen MarxistInnen und TierbefreierInnen zu verringern. Im Roten Zelt auf dem UZ-Pressefests 2016 der DKP soll im Gespräch zwischen einem Mitglied des Herausgeberkollektivs und einem der Autoren erläutert werden, warum eine Vereinigung von Marxismus und Tierbefreiung nicht nur politisch sinnvoll, sondern historisch notwendig und überfällig ist.

Veranstalter: Assoziation Dämmerung (Gesellschaftstheorie, Ideologiekritik, Klassenkampf), Hamburg

Mehr Informationen: rotes Zelt // UZ-Pressefest

Die Publikation „Dem Schlachten ein Ende setzen“ kann hier als PDF heruntergeladen werden.

Fascism Inc.: Über den Zusammenhang von Faschismus und Kapitalismus

1. Mai 2016 Tierbefreiung Zürich Film Fascism Inc Vegan Cafe MaiDer Film “Fascism Inc” zeigt den heute wenig beachteten oder gar wegdiskutierten Zusammenhang zwischen dem Aufschwung des Faschismus und den Mechanismen der Kapitalakkumulation. Beginnend im Deutschland und Italien der 20er und 30er Jahre, wird anhand der deutschen Krupp-Familie oder den Agnellis, Alfa Romeo oder Pirelli in Italien exemplarisch aufgezeigt, wie Wirtschaftseliten den Faschismus direkt unterstützt haben, um sozialistische Bewegungen und Gewerkschaften zu zerschlagen.

Anschliessend geht der Film auf die historische und aktuelle Situation in Griechenland ein: die deutsche Besetzung, der anschliessende Bürgerkrieg und die Diktatur, bis hin zu den aufgezwungenen Austeritäts-Massnahmen. An allen Punkten findet sich das gleiche Muster: Wenn die Wirtschaftseliten das Vertrauen in das politische Establishment verlieren und Krisen ihre Profite bedrohen, dient ihnen der Faschismus dazu, die bürgerliche Herrschaft in ihrer brutalsten Form aufrecht zu erhalten.

Der Film aus dem Jahr 2014 wird im Rahmen der diesjährigen 1. Mai Kampagne der Tierrechtsgruppe Zürich gezeigt.

Wann: 6. Mai 2016
Wo: Infoladen Kasama, Zürich
Zeit: 19:00 vegane Vokü, 20:00 Film
Sprache: Originalton mit deutschen Untertiteln

Kämpferischer 1. Mai in Zürich!

1. Mai Tierrechtsgruppe Zürich McDonalds 2016 Tierbefreiung

1. Mai Vorfeld: Soliaktionen für den antifaschistischen Kampf in der Ukraine

Anlässlich des anstehenden zweiten Jahrestags des Massakers von Odessa vom 2. Mai 2014 und dem anhaltenden Krieg in der Ukraine, haben wir im Vorfeld des 1. Mai mit verschiedenen Aktionen unsere Solidarität mit dem antifaschistischen Kampf in der Ukraine zum Ausdruck gebracht. Am Bahnhof Hardbrücke in Zürich wurde ein Transparent gehängt. An verschiedenen Orten der Stadt wurden Stickers angebracht. Ausserdem haben wir eine Wandzeitung zum Krieg gegen die Bevölkerung im Donbass gekleistert.

1. Mai Tierrechtsgruppe Zürich 2016 Ukraine Solidarität Odessa

Kein Vergeben, kein Vergessen!

Fast zwei Jahre sind seit dem Massaker in der Hafenstadt Odessa vergangen. Damals machte ein Mob ukrainischer Rechtsradikaler Jagd auf GegnerInnen des Kiewer Regimes. Als diese im Gewerkschaftshaus Zuflucht nahmen, wurde das Gebäude von den Faschisten in Brand gesetzt. Die Menschen, die versuchten den Flammen zu entkommen, wurde von den wartenden rechten Schlägern in Empfang genommen und misshandelt oder gar zu Tode getreten. Mindestens 46 Personen wurden bei diesem Anschlag getötet, zahlreiche weitere wurden verletzt oder gelten noch immer als vermisst. Bis heute hat keine wirksame Untersuchung des Verbrechens stattgefunden und die Täter laufen weiterhin frei herum. Die neoliberale Regierung in Kiew deckt die faschistischen Schergen, mit deren Hilfe sie beim Putsch im Februar 2014 an die Macht gekommen ist.

1. Mai Tierrechtsgruppe Zürich 2016 Ukraine Solidarität Odessa WandzeitungKrieg und faschistischer Terror

Auch gegenwärtig gehört faschistische Gewalt zum Alltag in der Ukraine. Jüngst ereignete sich etwa am 2. April ein rechter Übergriff auf einen Gedenkanlass zum Odessa-Massaker. Ukrainische Nationalisten verjagten die Hinterbliebenen und Freunde der Opfer, die vor dem Gewerkschaftshaus Blumen und Kerzen niederlegten. Als später Trauernde zurückkamen, wurde ein Mann durch die Explosion einer mit einer Sprengladung präparierten Grabkerze verletzt. Immer wieder kommt es zu solchen Angriffen der Schlägertrupps des Rechtens Sektors und anderer ultrarechter Organisationen auf Veranstaltungen und Personen, die nicht in den neuen politischen Kurs passen. Ziel des rechten Terrors sind insbesondere die russischstämmige Bevölkerung, Linke und antifaschistische Kräfte.
Gleichzeitig fordert der militärische Konflikt im Osten des Landes weiterhin seine Opfer. Die Kiewer Regierung führt mit Hilfe der USA und der EU einen blutigen Krieg gegen die Bevölkerung im Donbass. Unterstützung erhält die Ukrainische Armee dabei auch von faschistischen Paramilitärs wie dem Asow-Bataillon, das sich aus ukrainischen und ausländischen Rechtsradikalen rekrutiert. Dieser Krieg hat bereits mehreren tausend Menschen das Leben gekostet und die ArbeiterInnenklasse in Hunger und Armut gestürzt.

Solidarität mit dem antifaschistischen Widerstand!

1. Mai Tierrechtsgruppe Zürich 2016 Ukraine Solidarität Odessa StickerDer Krieg und die Faschisierung in der Ukraine bleiben jedoch nicht ohne Gegenwehr. In den Selbstverteidigungstruppen im Donbass kämpfen viele KommunistInnen und andere Linke. Zu nennen sind die Kommunistische Freiwilligeneinheit 404 und die am Vorbild der Interbrigaden des Spanischen Bürgerkrieges orientierte Organisation InterUnit. Diese Kämpferinnen und Kämpfer verstehen sich als AntifaschistInnen und streiten für einen gerechten Frieden. Aufgrund der Tatsache, dass die Linke hierzulande noch kaum Notiz vom antifaschistischen Widerstand in der Ukraine genommen hat, hat die Tierrechtsgruppe Zürich vor kurzem eine Broschüre zu dem Thema zusammengestellt.

Der Kampf gegen Faschismus ist ohne internationale Unterstützung nicht zu gewinnen. Tragen wir deshalb am 1. Mai – dem Kampftag der ArbeiterInnenklasse und Vortag des Jahrestags des Odessa-Massakers – die internationale Solidarität mit dem antifaschistischen Widerstand in der Ukraine auf die Strasse!

Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus! Nie wieder Kapitalismus!

Es lebe die internationale Solidarität!

Tierrechtsgruppe Zürich, Ende April 2016

Für Klassenkampf und Tierbefreiung – heraus zum 1. Mai!

Prekäre Jobs zu miesen Löhnen, imperialistische Kriege und Naturzerstörung, rassistische Hetze gegen Flüchtlinge und MigrantInnen, die anhaltende Überausbeutung von Frauen: das ist die Bilanz des Klassenkampfes von oben, den die Herrschenden seit der neoliberalen Offensive des Kapitalismus verschärft führen. Gleichzeitig werden für Profit massenhaft Tiere gequält und getötet. Wer als Linker jedoch am 1. Mai, dem Kampftag der ArbeiterInnenklasse, auf die Straße geht und dabei auch für die Befreiung der Tiere eintritt, erntet doppelt schräge Blicke. Die antikapitalistische Linke kann nichts mit Tierbefreiung anfangen und die Tierbefreiungsbewegung kämpft nicht gegen die Lohnknechtschaft. Beide haben aber einen gemeinsamen Gegner, den sie auch gemeinsam bekämpfen müssen: das Kapital.

1. Mai Tierbefreiung Zürich 2016Arbeiter, Natur und Tiere: ausgebeutet, zerstört und getötet für Profit
Allein in Europa werden jedes Jahr hunderte Millionen Tiere – das heißt leidensfähige Individuen – für die Profite der Tierindustrie gezüchtet und gemästet, um unter Qualen Milch zu produzieren oder in den Schlachthöfen getötet zu werden. In den Experimenten der Pharmaindustrie werden sie brutal gequält, die Bekleidungsindustrie tötet sie für die Leder- und Pelzproduktion, und in Zoos und Zirkussen müssen sie nach regelmäßiger Folter ihr Publikum belustigen.
Die Fleischindustrie verschwendet Ressourcen, ist für einen großen Teil des CO2-Ausstoßes und damit den Klimawandel verantwortlich, vergiftet Böden sowie Grundwasser und vernichtet durch billige Exporte von in Europa unverkäuflichen Fleischabfällen unzählige Existenzgrundlagen in der Peripherie des kapitalistischen Weltsystems. Trotzdem inszenieren sich die MagnatInnen des oligopolistisch organisierten Fleischgeschäfts als nachhaltig handelnde UnternehmerInnen – was nicht nur aufgrund der Tötung von Tieren und der Zerstörung der Natur an Sarkasmus grenzt: Auch für die Lohnabhängigen könnte die Situation kaum schlechter sein. Vorwiegend MigrantInnen verrichten zu Hungerlöhnen, unter prekären Arbeitsbedingungen und in oftmals dubiosen Beschäftigungsverhältnissen schwerste Arbeiten – gewerkschaftliche Organisierung hingegen wird vielerorts massiv bekämpft.
Kurzum: Wie keine andere versinnbildlicht die Tierindustrie die Ausbeutung von Menschen und Tieren und die Zerstörung der Natur durch das Kapital.

1. Mai Tierbefreiung 2016 ZürichKeine Tierbefreiung ohne Klassenkampf
Das auf diese Weise ins Unermessliche gesteigerte Tierleid entsteht nicht durch herabsetzendes Denken über Tiere – Speziesismus –, wie manche TierbefreierInnen meinen. Es wird produziert, weil sich mit Würstchen, Koteletts und dergleichen viel Geld verdienen lässt. Um die Tiere zu befreien, reicht es daher nicht aus, für den Antispeziesismus zu werben. Ebenso wenig genügt es, der Tierausbeutung veganen Konsum entgegen zu setzen. Solange sich Geld damit machen lässt, produzieren Unternehmen, mittlerweile selbst Fleischfabrikanten, auch vegan. Die Fleischproduktion nimmt aber dennoch zu. Viele Menschen könnten sich vergleichsweise teure vegane Lebensmittel gar nicht leisten, selbst wenn sie wollten. Vor allem aber wird die Bourgeoisie – solange es den Kapitalismus gibt – alles daran setzen, mit der Ausbeutung der Tiere Gewinne einzufahren. Wer sich nicht dagegen wehren kann, wird dem Kapitalverwertungsprozess einverleibt – weder Mensch, Tier noch Natur sind vor der Logik des Profits sicher.

Kein Klassenkampf ohne Tierbefreiung
TierbefreiungsaktivistInnen werden von antikapitalistischen Linken oft als kleinbürgerliche MoralistInnen oder als naive KonsumboykotteurInnen abgetan. Das mag in einigen Fällen stimmen – wird aber meist bloß zum Anlass genommen, das Leiden der Tiere zu ignorieren und dem Kampf für ihre Befreiung eine Absage zu erteilen. Für jene, die für eine Gesellschaft ohne Ausbeutung und Elend streiten, gibt es aber keinen vernünftigen Grund, die Tiere als Objekte der Befreiung vom Kampf gegen die kapitalistische Klassengesellschaft auszunehmen.

Die Revolutionärin Rosa Luxemburg schrieb einst aus dem Gefängnis über einen von Soldaten verprügelten Büffel: »Ich stand davor, und das Tier blickte mich an, mir rannen die Tränen herunter – es waren seine Tränen, man kann um den liebsten Bruder nicht schmerzlicher zucken, als ich in meiner Ohnmacht um dieses stille Leid zuckte.« Sie sah zu Recht keinen Grund darin, die Tiere von Mitgefühl und Solidarität auszuschließen, denn schließlich teilen sie eine wesentliche Gemeinsamkeit mit dem Menschen: die Fähigkeit, zu leiden. An der revolutionären Kraft ihrer Empathie gilt es sich ein Beispiel zu nehmen: Streiten wir für eine Welt, in der Ausbeutung, Krieg und Mord der Vergangenheit angehören, in der dem gesellschaftlich produzierten Leiden ein Ende gesetzt ist!

Gemeinsam für eine befreite Gesellschaft!
Wollen wir eine solche befreite Gesellschaft schaffen, müssen wir mit dem Kapitalismus Schluss machen. Der Klassenkampf muss für alle geführt werden, die unter der Herrschaft des Kapitals leiden und zu seinen Gunsten ausgebeutet werden. Wir müssen also auch für die Tiere kämpfen. Das schaffen wir aber nur, wenn alle antikapitalistischen Kräfte gemeinsam agieren, wenn die revolutionäre Arbeiter-, Ökologie- und Tierbefreiungsbewegung gemeinsam gegen die Bourgeoisie kämpfen. Der 1. Mai, der Kampftag des Proletariats und aller Revolutionäre, ist ein geeigneter Tag, um mit der solidarischen Zusammenarbeit zu beginnen.

Gehen wir zusammen heraus, auf revolutionäre- und Gewerkschaftsdemos, fordern wir die Enteignung, Vergesellschaftung und die Konversion der Fleischindustrie! Kämpfen wir für eine vernünftige und im Interesse der Gesellschaft organisierten Produktion – für die Versöhnung von Mensch, Tier und Natur.

Bündnis Marxismus und Tierbefreiung

1. Mai | 9:30 Uhr | Revolutionärer Block | Helvetiaplatz Zürich

Text als Pdf

Demo zum internationalen Tag zur Abschaffung der Tierversuche

Demo gegen Air France ZürichIm Rahmen des internationalen Tags zur Abschaffung der Tierversuche ruft die Tierrechtsgruppe Zürich dazu auf, sich am 23. April 2016 an der Demo gegen Air France-KLM zu beteiligen. Air France-KLM ist die letzte verbleibende Passagierfluggesellschaft, die noch bereit ist Affen für Tierversuche zu transportieren.

Fluggesellschaften wie Air France-KLM sind das Bindeglied zwischen Zuchtfarmen und Versuchslaboren. Für die Logistik der Pharmakonzerne sind die Transporte auf dem Luftweg von entscheidender Bedeutung, da besonders Primaten nicht oder nur sehr eingeschränkt vor Ort gezüchtet werden können. Die Weltweit geführte Kampagne gegen Air France-KLM hat zum Ziel, dieses Bindeglied zu kappen und dem Geschäft mit Versuchstieren einen Riegel zu schieben.

Beteilige dich am Protest! Komm zur Demo am 23. April 2016 um 13:15 Uhr am Flughafen Zürich!

Wer von Tierausbeutung profitiert, dem sei der Widerstand garantiert!

 

 

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Agenda:
28.9.2016, 18:00
» DEMO: Abbau Stoppen - Gemeinsam gegen Sparpolitik
Zürich
7.10.2016, 19:30
» KEIN Vegan Café
Zürich
4.11.2016, 19:30
» Vegan Café
Zürich
2.12.2016, 19:30
» Vegan Café
Zürich